Ich heisse Christian und bin in Herisau im Appenzellerland zur Welt gekommen und aufgewachsen. Schon früh war meine Begeisterung für das Gestalterische gross. Als ich als Kind noch Kritzeleien produzierte wusste ich noch nicht, dass ich eines Tages im Erwachsenenalter mich beruflich immer noch gestalterisch Ausdrücken werde. Die Faszination für Popkultur und Konzerte, welche sich zur Gestaltung mehr oder weniger parallel entwickelte, hat bis heute seinen Einfluss.

2018–2021 BA Visual Communication
Zürcher Hochschule der Künste

2017–2018 Berufsmaturität

GBS St.Gallen

2013-2017 Ausbildung Grafiker EFZ

KA BOOM

2012-2013 Gestalterischer Vorkurs

GBS St.Gallen
+41 78 850 59 52
ThePure Branding
Identität & Typedesign
ThePure
2019

ThePure ist ein Start-Up, welches von Laila Burkhard gegründet und geführt wird. Die gelernte Polygrafin und Fotografin HF vertreibt ihre Produkte nur über die Webseite und vermarktet diese auf sozialen Netzwerken. Die Stoffe der Unterwäsche bestehen aus natürlichen, nachhaltig produzierten Materialien wie Hanffasern und Baumwolle. Sie betreibt ihr Geschäft nach dem Credo: Sustainable underwear for the ones who want to make a difference. Ethical underwear for the ones who want to feel the difference. Our way: Exceptional quality. Ethical factories. Radical Transparency. Mit ihrem Start-Up ist sie ein Teil des Projektes Startfeld, welches seinen Sitz in den neu erbauten Lattichmodulen am Bahnhof St.Gallen hat.

Unterwäsche sollte für jede Person in erster Linie bequem sein. Sie ist den ganzen Tag mit der Haut in Kontakt und ein wohliges Gefühl ist dabei wichtig. Viele erinnern nachhaltige Stoffe wie beispielsweise Hanffasern an kratzende, unbequeme Materialien. Dies stimmt jedoch nicht. Eine Grosszahl dieser Stoffe ist nämlich weich und sanft. Hinzu kommt der Aspekt der sanften Haut, welchen ich auch im Konzept mit verarbeiten wollte. Als Bildwelt dienen Bilder, welche mit natürlichem Licht geshootet wurden. Sie weisen wenig Kontrast auf und eine ruhige Lichtführung. Die weichen Übergange, die es wegen des wenigen Kontrasts gibt, dienen auch zur Verstärkung der Weichheit.

Der Schriftzug für das Logo sollte das Einfache der Designs aufnehmen. Trotzdem soll es modern und zeitlos wirken. Um einen romantischen, verträumten Aspekt in den Schriftzug zu bringen, habe ich mich entschieden, eine serifenlose Antiqua zu gestalten. Sie ist von Renaissance Antiquas inspiriert und hat deshalb eine schräge Achse. Die meisten kommerziell angebotenen serifenlose Antiquas haben eine gerade Schattenachse. Zusätzliche Dynamik wurde mit dem Verdicken der An- und Abstriche eingearbeitet. Diese Dynamik widerspiegelt die Dynamik eines natürlichen Körpers. Das Logo sollte keinesfalls konstruiert wirken.

Als Stilelement kommt ein Weichzeichner zum Einsatz. Dieser wird über Bilder gelegt oder kommt in Animationen zum Einsatz. Der Filter bringt das Thema der sanften Haut und der weichen Unterwäsche gut zum Ausdruck. Als zusätzliches Element laufen die Bilder nach unten immer ins Weisse hinaus. Dies kann auch als Stilmittel auf nicht verschwommenen Bildern dienen, beispielsweise für ein Lookbook.
Creative Week 2019
Identität
Art Directors Club Switzerland
2019

Die Creative Week ist ein jährlich veranstalteter Event des Art Directors Club Switzerland (ADC Switzerland). In dieser einen Woche werden im Toni Areal von Kreativen aller Art verschiedene Vorträge gehalten und Workshops gegeben. So kamen in vergangenen Jahren beispielsweise Stefan Sagmeister (Sagmeister & Walsh), Maxime Büchi (Sang Bleu) oder Jonathan Lee (Google). Mit „Welcome to the Creative Circus“ zum Motto, wurde der Event zum dritten Mal an der Zürcher Hochschule der Künste ausgetragen. Zusammen mit Viltė Jurgutytė, Samara Keller und Stefan Hürlemann, durfte ich die Identität der Creative Week gestalten.

Ursprünglich stammt der Zirkus aus dem antiken Griechenland und Rom. Die heutige Form des Zirkus, primär der Wanderzirkus, ist eine abgewandelte Form davon. Zur Antike wurden vor allem Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe vor Publikum vorgetragen. Diese wurden in runden oder Arenen mit abgerundeten Enden ausgeführt. Hervorzuheben ist die runde Form der Vorführstelle, welche sich bis zum heutigen Zirkus, der Manege, durchgesetzt hat. Ausgehend von der Form stammt auch der Name, so bedeutet das lateinische Wort „circus“ Kreis, Ring, Rennbahn oder Arena, dasselbe gilt für die Bedeutung des griechischen „kirkos“. Das Konzept des Drehpunkts entstammt dem Aufbau eines Zirkus, der erwähnten Wortbedeutung und der Bewegung der Artisten. Die markante Form der Manege ist allseits bekannt. Hervorzuheben ist, dass das Spezielle an dieser Art Bühne die Platzierung der Künstler ist. Sie Präsentieren ihr Können in der Mitte der Bühne und die Zuschauer sehen sie von allen Seiten. Diese Künstler sind in der Gestaltung durch die Speaker vertreten. Artisten finden bei schwierigen Figuren und Sprüngen ihren inneren Mittelpunkt, um den sie sich drehen. Durch die runde Form erhalten sie Halt und Kontrolle über ihren Körper. Hinzu kommen die Utensilien und Gerätschaften, welche den Kreis beinhalten.

Die Aussage „Dreh- und Angelpunkt“ vervollständigt das Konzept mit einer Aussage, welche sich stark mit der Creative Week verbindet. Durch die bevorstehenden Ereignisse wird das Toni Areal zum Dreh- und Angelpunkt der Gestalterindustrie. Der ADC, die ZHdK und die Speaker sowie die Workshopleiter rücken in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Gestaltung der Creative Week verbindet all diese Punkte im Layout. Da es sich um eine breite Zielgruppe handelt, ist nach einem langwierigen Prozess der schlussendliche Entscheid gefällt worden, mit dem Kreis eine allgemein verständliche Formsprache zu verwenden. Somit wird auch ein breiter Raum für Interpretationen geboten. Die Schrift, welche um das Bild zirkuliert widerspiegelt die Zuschauer und geben das Gefühl von Rhythmus des Applauses wieder, da nach dem Briefing Artristen „für den Applaus leben“. Die Farben sind auf den Grundfarben der antiken Zirkusse aufgebaut. Die Wagen der Wagenrennen waren weiss, blau, grün und rot. Diese bilden die Ausgangslage für das satte Farbspektrum.

Als Ausgangslage wurde zuerst ein Speakerplakat erstellt, da diese die im Briefing erwähnten „verschiedenen Zirkusse“ repräsentieren. So erhält jeder Speaker seine eigene Manege und steht im Zentrum des Drehpunkts. Die zutreffenden Informationsteile werden in den herumliegenden Kreisen, welche mit den Hauptinformationen abgefüllt sind, eingefärbt. Somit erhält jede/r VorträgerIn einen individuellen Zirkus. Die eingefärbten Informationen sind nicht immer an derselben Stelle, womit die Gestaltung die für Zirkusse essenzielle Dynamik erhält. Dieses Konzept kann auch auf lineare Anwendungen übertragen werden.
Das Futuristische Manifest
Editorial
Zürcher Hochschule der Künste
2018

Zu Beginn des Projektes mussten wir während des Fotografie-Moduls ein Manifest auswählen. Schlussendlich habe ich mich für das Futuristische Manifest von Filippo Tommasi Marinetti entschieden. Die Schrift, welche in der Zeitung „Le Figaro“ veröffentlicht wurde, widerspiegelt eine extreme Ansicht, in der der Krieg verherrlicht wird, Macht und Unterdrückung angepriesen werden und die Frau entweiht wird.

Das Konzept der Fotografien beruht auf Unterdrückung. Diese wird abstrakt dargestellt. Wichtig dabei waren mir Ausschnitt und Materialität der abgebildeten Objekte. Die erzeugte Stimmung wirkt erdrückend und düster.

Mit demselben Manifest als Ausgangslage wurde ein neues Konzept für das Buch erstellt. Dabei war es mir wichtig, dass die Bilder gut integriert werden können. Ich wollte nicht mehr die Unterdrückung thematisieren, sondern die Verherrlichung und Glofrifizierung des Krieges und dessen Auswirkungen. Als Orientierungspunkt wählte ich dabei den Ersten Weltkrieg. Ein paar Jahre nach Veröffentlichung des Manifests brach der Erste Weltkrieg aus. Noch nie gab es in einem Krieg so viel Zerstörung. Es war ein Industrialisierter Krieg mit dazumal neuartigen Waffeninnovationen, welche eine grosse Verwüstung ermöglichten. Visuell orientierte ich mich für das Layout an Dokumenten, welche während des Krieges entstanden sind. Es handelte sich dabei jedoch stets um taktische oder dokumentarische Dokumente. So wurde ein Logbuch Inspiration für eine starke Ausrichtung des textes am Raster. Auch verschiedene Spalten und Schriftgrössen wurden so erstellt. Der Umschlag war ein Papier mit Metallpartikel ähnlichen Stücken darin. Diese Stückchen erinnern an Bomben und Granatensplitter, welche auch erstmals zum Einsatz gekommen sind.